04. November 2008 - 12.05 Uhr

Ein Gespräch mit David Eisermann über den Roman Marionetten von John le Carré auf WD

John le Carré erzählt von einer durch den Terror veränderten Gesellschaft

Am 4. November läuft in "Scala" ein Gespräch mit David Eisermann über den Roman Marionetten von John le Carré:

John le Carré, Marionetten, übersetzt von Sabine Roth und Regina Rawlinson, Berlin: Ullstein-Verlag, 2008; 368 S.; EUR 22,90; ISBN: 978-3-550087-561

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   »John le Carrés Romane überzeugen wie die von Balzac, sie klagen an wie die von Zola, aber sie predigen nicht. Sie addieren sich zu einem einzigen großen humanistischen Plädoyer.« (Bild: Wikipedia)


Für John le Carré hat sein Weg einst hierzulande begonnen - als Spion wie als Schriftsteller. Er war beim britischen Auslandsgeheimdienst MI6 – getarnt als Botschaftssekretär in Bonn und Politischer Konsul in Hamburg. Doch David Cornwell (sein bürgerlicher Name) ließ den Staatsdienst hinter sich, erfand das Pseudonym “John le Carré” und begann, zu schreiben. Zwei Bücher, mit denen er berühmt wurde, spielten an deutschen Schauplätzen: Der Spion, der aus der Kälte kam und Eine kleine Stadt in Deutschland. Jetzt kehrt er nach Hamburg zurück. Ein junger Moslem ist illegal eingereist, bedrängt eine türkische Familie, ihm zu helfen, die zu spät herausfindet, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. Le Carrés Figuren bewegen sich in einem raffinierten Netz privater und politischer Interessen. Die Bedrohung durch den islamistischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste. John le Carré erzählt von einer durch den Terror veränderten Gesellschaft, in der Unschuldige und Schuldige gleichermaßen zu Statisten in einem undurchschaubaren Marionettenspiel werden.

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