21. Mai 2011 - 6.05 Uhr

"Ein fremder Vogel hat in dunkler Frühe schon gesungen": MOSAIK - Kulturmagazin auf WDR3

David Eisermann im Samstagsgespräch mit Klaus Jung, Direktor der Kunsthochschule für Medien in Kö

Ab heute, 21. Mai, wieder das WDR3 MOSAIK - bis 9 Uhr, live und online auf wdr3.de, soweit das Internet reicht. Wie weit reicht reicht das eigentlich? Bis zur Internationalen Raumstation? Oder doch bis Alpha Centauri? Nordrhein-Westfalen müßte auf jeden Fall drin sein: WDR3 hören - als Livestream.

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   Else Lasker-Schüler mit Anfang 20 (Bild: Wikimedia)

Heute früh im WDR3 MOSAIK ein Gedicht von Else Lasker-Schüler. Geboren in Wuppertal-Elberfeld, gestorben in Jerusalem. Die Dichterin war bereits Mitte 60, als sie ins Exil gezwungen wurde. Donata Höffer liest von ihr "Ein Liebeslied". Ich finde, der Text läßt nicht ahnen, daß die Verfasserin ihn mit über 70 Jahren geschrieben hat:

"Komm zu mir in der Nacht - wir schlafen engverschlungen./Müde bin ich sehr, vom Wachen einsam./Ein fremder Vogel hat in dunkler Frühe schon gesungen,/Als noch mein Traum mit sich und mir gerungen."

Zitiert nach: Else Lasker-Schüler. Werke in einem Band. Lyrik, Prosa, Dramatisches, Hg. Von Sigrid Bauschinger, München: Artemis & Winkler, 1991, S. 64f.

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Unfaßliche "Kulturnachricht" - das Gehalt des Generalintendanten der Bonner Bühnen, Klaus Weise. Die Stadt Bonn ist bekannt dafür, daß sie ihre Mitarbeiter hoch und bisweilen wohl auch zu hoch bezahlt. Weise aber bezieht von der Stadt ein Jahresgehalt von 320.000 Euro. Das geht aus einem Wirtschaftsprüfungsbericht hervor - so die WDR3 Kulturnachrichten am 21. Mai 2011. Der Intendant erhält damit mehr als doppelt so viel wie Bonns Oberbürgermeister, der bereits besoldet ist wie ein Staatssekretär. Die Stadt Bonn hat in den vergangenen Jahren die Zuschüsse für ihre Bühnen drastisch gekürzt. Weitere Einschnitte sind geplant. Einer Lokalzeitung gegenüber hat Generalintendant Weise geäußert, er sei sich bewußt, daß er zu den "Gutverdienern" gehöre. Eine Untertreibung, der anzumerken ist, daß der Mann endgültig die Maßstäbe verloren zu haben scheint.

Eigentlich unser Thema: wie gut und wichtig die öffentliche Unterstützung für Kultureinrichtungen ist. Unter dem Motto „Kultur gut stärken“ hat der Deutsche Kulturrat für den heutigen Tag zu einem Aktionstag aufgerufen. Man will ein Zeichen setzen für den Erhalt der kulturellen Vielfalt. Das Gros der Kultureinrichtungen wird von der öffentlichen Hand finanziert. Doch dem Staat drohen die Mittel auszugehen. Für die unersetzlichen staatlichen Kulturangebote steht auch die Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie hat ein ganz besonderes Profil - die Berufsperspektiven ihrer Absolventen reichen von der freien Kunst bis zum Medium Film.

Mein Gast am Samstag ist heute Klaus Jung, Rektor der Kölner Kunsthochschule für Medien.

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