29. Oktober 2011 - 7.00 Uhr

Lorenzo da Ponte - Mozarts Librettist und sein Aufbruch in die Neue Welt

Rezensionsgespräch mit David Eisermann im WDR3 MOSAIK

Rodney Bolt, Lorenzo da Ponte – Mozarts Librettist und sein Aufbruch in die Neue Welt, aus dem Englischen von Martin Pfeiffer, Berlin: Berlin-Verlag, 2011; 560 S., Euro 28,00, ISBN 978-3-8270-0795-7.

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Heute erscheint Rodney Bolts Biographie von Mozarts berühmtestem Librettisten. Da Pontes Nachruhm geht auf drei Textbücher für Mozart-Opern zurück, die seinen Autorennamen bis heute zum Begriff gemacht haben: „Le nozze di Figaro“, „Don Giovanni“ und „Cosi fan tutte“. Die Zusammenarbeit von da Ponte und Mozart steht in Rodny Bolts Buch an zentraler Stelle. Doch wie hier die Entstehung der Werke vor dem weiteren Hintergrund der italienischen Oper, der beteiligten Künstler, des Publikums und der Mäzene gezeigt wird, macht den eigentlichen Reiz dieser Neuerscheinung aus. Dabei beschreibt Rodney Bolt da Pontes Leben als unablässige Folge freiwilliger wie erzwungener Rollenwechsel. Der Dichter und Librettist hat Mozart um ein halbes Jahrhundert überlebt. In den USA brachte er es am Ende zum ersten Professor für Italienisch an der Columbia-Universität (damals „Columbia College“). In New York sorgte er für die erste Aufführung von „Don Giovanni“ in der Neuen Welt und betrieb die Gründung eines Opernhauses, das zur Vorläuferin der Metropolitan Opera werden sollte. Rodney Bolt schöpft nicht nur aus den Libretti, sondern aus da Pontes umfangreichem Lebenswerk von Gedichten, Briefen und Memoirenbänden. Genaue Recherche, souveräne Beherrschung historischer Details und eine sorgfältige deutsche Übersetzung machen diese Künstlerbiographie zu einer unterhaltsamen, sogar unwiderstehlichen Lektüre.

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   Lorenzo da Ponte (Berlin-Verlag/Ab.)

 

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