06. September 2012 - 8.05 Uhr

Filmbesprechung mit David Eisermann im WDR3 MOSAIK

Mutter bringt sich um, und es gibt nichts, das wir dagegen tun können?

Am 6. September im WDR3 MOSAIK eine Rezension von David Eisermann:

"Was bleibt". Deutschland 2012 – Regie: Hans-Christian Schmid; Laufzeit: 84 Min.; Verleih: Pandora, Kinostart: 6. September 2012

/pic/shw-1346693030.png
   Corinna Harfouch spielt Markos Mutter Gitte (Bild: Verleih/Ab.)

Der Schriftsteller Marko hat gerade mit einem neuen Roman auf sich aufmerksam gemacht. Seine Eltern leben irgendwo im Rhein-Sieg-Kreis in einem großzügigen Bungalow aus den 70er Jahren - umgeben von den Wäldern des Siebengebirges. Marko besucht sie, um ihnen ein paar gemeinsame Tage mit ihrem fünfjährigen Enkel zu ermöglichen. Für alle beim Familientreffen überraschend ist, was Markos Mutter Gitte dann verkündet: nach ihrer langen psychischen Krankheit gehe es ihr nun wieder gut. Deshalb nehme sie schon seit zwei Monaten ihre Medikamente nicht mehr. Markos Bruder und sein Vater reagieren erschrocken und besorgt. Vater Günther hat gerade erfolgreich seinen Verlag verkauft und damit gut verdient Eigentlich wollte er jetzt ein Buch schreiben und dazu auf Recherchereise gehen. Nun gerät das Familiengefüge aus den Fugen. Gitte will nicht mehr. Sie verläßt das Haus, verschwindet im Wald und wird trotz aufwendiger Suche durch die Polizei nicht gefunden. Vier Monate später, kurz vor Weihnachten, erfahren wir, daß Gitte für tot erklärt werden soll. Bei Bernd Lange (Drehbuch) und Hans-Christian Schmid (Regie) sitzt jedes Wort, jede Geste, jedes Detail. Mit Präzision, genauen Dialogen und glänzender Besetzung gelingt Schmid ein Familiendrama, wie man es noch von keinem deutschen Regisseur gesehen hat.
 

© 2006-2014 David Eisermann | Kontakt | Impressum