21. November 2012 - 8.30 Uhr

Ausstellungsbesprechung mit David Eisermann im WDR3 MOSAIK

„Science-fiction in Deutschland“ – neue Ausstellung im Haus der Geschichte

Am 21. November im WDR3 MOSAIK eine Rezension von David Eisermann:
 
„Science-fiction in Deutschland“ – neue Ausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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   In Deutschland gehörte vor dem Ersten Weltkrieg "Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff" zu den gefragtesten Serien von Romanheften (Bild: Ab.)

 
Populär gemacht hat den Begriff „Science-fiction“ ein Mann namens Hugo Gernsbacher. 1905 wanderte er aus einem kleinen Ort in Luxemburg in die USA aus, nannte sich dort Hugo Gernsback und wurde zum Verleger von Science-fiction-Heften und Rundfunkzeitschriften. Gernsback erkannte als erster, daß Science-fiction ein eigenes Genre darstellte. Doch „technisch-wissenschaftliche Zukunftserzählungen“ gab es damals längst. In Deutschland gehörte vor dem Ersten Weltkrieg „Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff“ zu den gefragtesten Serien von Romanheften. Jetzt widmet das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dem Thema „Science-fiction in Deutschland“ seine neue Wechselausstellung. Über 600 Exponate − vom Raumschiffmodell bis zum Cocktail-Kleid im „Space-Look“ und Requisiten aus dem legendären ARD-Mehrteiler „Raumpatrouille" (sieben Folgen; 1966) - demonstrieren Tradition und Wandlungen des Genres. Ein Vergleich zur DEFA-Großproduktion „Der schweigende Stern“ zeigt, wie unterschiedlich sich Science-fiction in Ost und West entwickelte. Zu jeder Zeit aber hat Science-fiction ein Forum dafür geboten, gesellschaftliche, ökologische wie technische Vorstellungen von Zukunft und Fortschritt zu verhandeln. Hans Dominiks Romane über Raumfahrt und Atomforschung gehörten zu den großen Verkaufserfolgen im Deutschland der NS-Zeit. "Technischer Fortschritt" hat sowohl für die Nazis wie im Deutschland des Wiederaufbaus eine zentrale Rolle für das Selbstverständnis der politisch und wirtschaftlich Handelnden gespielt.
 
Voreröffnung am 22. November 19.30 Uhr mit dem Schriftsteller
 Andreas Eschbach; zu sehen vom 23. November bis 10. März 2013. Öffnungszeiten: Di–Fr, 9–19 Uhr; Sa, So und Feiertage 10-18 Uhr, Eintritt frei
 

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