19. Dezember 2012 - 6.05 Uhr

WDR3 MOSAIK - Kulturmagazin im Radio

Hier ist David Eisermann – willkommen zum WDR3 MOSAIK am Mittwoch!

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   Kunstmuseum Bonn: im Herbst ist jeder Tag kürzer als der Tag zuvor. (Bild: Ab.)

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Heute: David Eisermann im Gespräch mit Daniel Finkernagel über die amerikanische Fernsehserie „Homeland“. 

Mein Kollege Daniel Finkernagel fragt: "Salafisten in Bonn - Homeland in Rheinland?" und zieht eine Parallele zur aktuellen amerikanischen Fernsehserie "Homeland". Dazu heute ein Gespräch über „Homeland“. Ich habe mir auf iTunes jetzt auch die zweite Staffel angesehen. Fazit unseres Redakteurs: "Das Gespräch Homeland Bonn ist ja nun zu einem Muß geworden."
 
„Homeland“ war Überraschungssieger, als zuletzt die amerikanischen Fernsehpreise „Emmys“ verliehen wurden. Nachdem es die Serie jetzt hierzulande zu kaufen gibt und sie beim Kölner Festival „Großes Fernsehen“ erstmals zu sehen war, wird man sagen dürfen: beim näheren Hinsehen überrascht die Auszeichnung nicht. Seit einigen Jahren erlebt das Format der Fernsehserie eine starke Belebung und Aufwertung durch Produktionen, die unkonventionell inszeniert sind, geradezu literarisch in ihrem erzählerischen Anspruch und künstlerisch originell wie zuvor nur das Independent Kino. „Homeland“ ist eine Art Qualitätsspitze auf dem Gebiet der Fernsehserie - über ein düsteres, schwieriges Thema und gebrochene Charaktere. Die Serie ist spannend inszeniert und publikumswirksam, obgleich sie die USA nach elf Jahren eines heillosen „Kriegs gegen den Terror“ als zutiefst widersprüchliches, regelrecht paranoides Land zeigt. Im Zentrum stehen eine Agentin des Auslandsgeheimdiensts CIA, die ihre Arbeit macht, obwohl sie ernsthaft psychisch krank ist. Sowie ein Kriegsheimkehrer, der in jahrelanger Gefangenschaft zum Islam konvertiert und möglicherweise ein „Schläfer“ ist – bereit, im geeigneten Moment einen Anschlag auf seine Landsleute auszuführen. Ironisch dabei: von allen Mitwirkenden entspricht der Mann nach außen noch am ehesten dem Image eines strammen Soldaten, der das Herz auf dem rechten Fleck hat.

PS Am 10. Dezember 2012 wurde eine Tasche mit Butangas-Patronen, "Ammoniumnitrat" und einer Zündvorrichtung auf einem Bahnhsteig im Hauptbahnhof Bonn plaziert. In einem Schnellimbiß nebenan wurde einer der Täter von einer Überwachungskamera erfaßt. Mein Büro ist davon hundert Meter Luftlinie entfernt. Ohne Quatsch. "Homeland" indeed.

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